Am 1. Mai rufen Neonazis zu einer Demonstration unter dem Motto „Finanzsysteme brechen – Knechtschaft überwinden“ in der Bonner Innenstadt auf. Beworben wird der Neonaziaufmarsch zur Zeit von sogenannten „Freien Kräften aus dem Rheinland“. Wie jetzt durch eine Anfrage der schwarz-grünen Mehrheit im Stadtrat bekannt wurde, lag der Polizei diese Anmeldung bereits im Januar vor. Erst nachdem der „Nationale Widerstand Dortmund“ die in Dortmund angemeldete Demonstration zurückgezogen hatte, wurde dies in Bonn bekannt gegeben. Die Anmeldung in Bonn erfolgte, ähnlich wie bereits 2008, von einem Anmelderkreis und nicht nur von einer Einzelperson. (mehr…)
Der 1. FC Köln kämpft sportlich um den Klassenerhalt,einen absoluten Fehlpass jedoch erlaubten sich nun die “Ahrtaler Bitböcke”, ihres Zeichens Fanclub des 1. FC Köln.
Was mögen sich wohl die Mitglieder des regionalen 1. FC Köln Fanclubs “Ahrtaler Bitböcke” dabei gedacht haben.
Auf ihrer Facebook Seite präsentierten sie ein Spruchbanner mit der Aufschrift “Floh immer bei uns deine Bitböcke”. Es wurde angekündigt, dies im Heimspiel gegen den SV Werder Bremen zu präsentieren. Einzige Bedenken, die von Gruppenmitgliedern geäußert wurden, dass die WH wegen einem Stimmungsboykott im Block pöbeln könnte.
„Floh immer bei uns deine Bitböcke“ Solidarität mit Nazis
Der Vollständigkeitshalber auch der ganze Facebook Screenshot
Wer mit “Floh” gemeint ist ? Florian S. aus Lantershofen, welcher im Zuge der Verhaftungswelle gegen das “Aktionsbüro Mittelrhein” seit dem 13. März in Untersuchungshaft sitzt.
Florian S. ist bereits seit Jahren ein aktiver Teil der regionalen Nazi-Szene. Er beteiligte sich an mehreren Aufmärschen u.a. in Remagen sogar als Ordner. In seinem Freundeskreis und Umfeld war seine menschenverachtende Einstellung bekannt . Die Kunde von seiner Festnahme, sowie deren Hintergrund machte in der ländlichen Gegend ebenfalls sehr schnell die Runde.
Florian „Floh“ S. im Dress des 1. FC Köln
Florian S. auf einem Naziaufmarsch in Trier
Wir fragen uns daher warum sich die “Ahrtaler Bitböcke” mit einem aktiven Neonazis solidarisieren, wir gehen noch einen Schritt weiter und fragen, warum die “Ahrtaler Bitböcke” überhaupt aktiven Neonazi in ihren Reihen dulden!
Wir fordern von den “Bitböcken” dazu eine Stellungnahme! Uns ist durchaus bewusst das einige Kölner Fangruppen und Ultrà orientierte AnhängerInnen des 1. FC Kölns mit Sicherheit ein Problem mit Nazis und deren FreundInnen haben!
Passend zum Anlass möchten wir auf eine Veranstaltung aufmerksam machen! Angriff von Rechtsaußen – Wie Neonazis den Fußball missbrauchen
Lesung und Diskussion mit Ronny Blaschke
Am Mittwoch, den 9. Mai 2012 um 19:00 Uhr
im Nyx, Vorgebirgsstraße 19, 53111 Bonn
Hinweis zu den Bildern
Die Bilder wurden allesamt auf freizugänglichen Quellen entnommen, welche für jedermensch einsehbar sind
Am 24. März 2012 demonstrierten über 300 Menschen friedlich gegen Neonazis und das sogenannte „braune Haus“ in Bad Neuenahr.
Es folgt nun eine Auseinandersetzung mit dem Geschehnissen sowie eine ausführliche Nachbereitung.
Auch in der Provinz! – Keine Stadt – Keine Strasse – Kein Haus, den Nazis!
Es war ein äußerst angenehmer Anblick, mehr als 300 Menschen vom Bahnhof Bad Neuenahr aus durch den Stadtteil Bad Neuenahr ziehen zu sehen. Antifaschistische Parolen hallten lautstark durch die Straßen, ein bis dato eher unbekanntes Bild für Bad Neuenahr, was bisher als „Homezone“ der Nazis gelten musste.
Hätte uns jemand vor 3 Jahren noch gesagt, es werden der einst über 300 Menschen gegen Nazis in Bad Neuenahr auf die Straße gehen, hätten wir vermutlich nur ein ungläubiges Lächeln hervorgebracht.
Jedoch wurde lange und hart auf diesen Moment hingearbeitet. An dieser Stelle wollen wir uns nochmal ganz besonders bei allen Gruppen und Einzelpersonen bedanken, die diese Demo möglich gemacht haben. Unser Dank geht auch an alle, die den Aufruf unterstützt haben. Dank an alle Antifaschist*innnen, die auch mal in die Provinz gefahren sind. Wir danken euch für eure Solidarität!
Die Demonstration kann ganz klar als Erfolg gewertet werden!
Mit dem bunten und lautstarken Protest der Demo konnten wir unserem Anliegen positiven Nachdruck verleihen.
Es war schön zu sehen, dass sich auch viele Menschen spontan anschlossen und mit uns gingen. Den Menschen die bereits von neonazistischer Gewalt betroffen waren, machte der Protest Mut und vermittelte dass sie nicht im Stich gelassen werden.
Unsere Botschaft wurde auf die Straße getragen, der Startschuss ist damit gefallen einen konsequenten Antifaschismus in der Region zu erarbeiten, der über punktuelle Anlässe hinausgeht.
Durch permanente Präsenz und Leistung von weiterhin kritischer Öffentlichkeitsarbeit innerhalb der Bevölkerung, muss ein weiteres Aufkommen neonazistischer Strukturen verhindert werden. Wir hoffen, dass nicht zuletzt das Medienspektakel der ABM-Zerschlagung die breite Öffentlichkeit wach gerüttelt hat.
Dennoch müssen wir in Bezug auf die Demonstrationen des 24. März auch Kritik formulieren:
Dass Antifaschismus in der Region kein leichtes Unterfangen ist, wissen wir nicht erst seit heute. Bereits im Vorfeld der Demonstration wurden wir von einer Vertreterin der lokalen SPD in der Presse als „Krawalltouristen“ diffamiert. Uns liegt ebenfalls eine interne Email vor, welche von UnterstützerInnen der bürgerlichen Kundgebung in Bad Neuenahr verfasst wurden, mit Formulierungen wie „Krawallheinis von der Antifa“,„Chaos-Demo“.
Auch in der Berichterstattung der Rheinzeitung fanden sich einige Zitate die uns zumindest sehr nachdenklich stimmten. Die Rheinzeitung bat BürgerInnen an, sich zu Wort zu melden, was auch von einigen Menschen genutzt wurde. Mit „Ich möchte weder Rechte noch Linke“ äußerte sich eine Bürgerin aus dem Kreis Ahrweiler. Insgesamt wurde sehr viel von „Extremismus“ gesprochen. Die Kundgebung, welche „Extremisten“ klar ausschloss, blieb dabei einer „klaren“ Erklärung schuldig, wer mit „Extremisten“ überhaupt gemeint ist. Scheinbar vergaßen viele Beteiligten der bürgerlichen Veranstaltung bei all der alten, inzwischen wissenschaftlich hinfälligen „Extremismustheorie“ völlig worum es bei den Protesten eigentlich ging.
Wir stellen also fest, viele Menschen aus dem sogenannten „bürgerlichen Lager“ haben nichts dazu gelernt, haben nichts verstanden!
Was sollen wir also davon halten das ein Herr Guido Orthen, seines Zeichens Bürgermeister der Stadt Bad Neuenahr Ahrweiler in seiner Rede eine kämpferische Rhetorik zum Besten gibt, und den Nazis gezielt den Kampf ansagt?
Ein Bürgermeister, der wie fast alle BesucherInnen der bürgerlichen Kundgebung all die Jahre geschwiegen, ignoriert und weg geschaut hat? Auch erwähnte Herr Orthen in seiner Rede mit keinem Wort die Betroffenen rechter Gewalt in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Menschen die in seiner Stadt durch die Straßen gejagt wurden, geschlagen getreten beleidigt und bedroht wurden. Menschen denen Ihre Autos zerstört wurden, deren Wohnungen angegriffen und beschädigt wurden.
Kein Wort der Solidarität, kein Mut-Zuspruch .
Für die Betroffenen rechter Gewalt muss das wie eine Ohrfeige vorgekommen sein.
An dieser stelle wollen wir nochmal klar sagen: Wir lassen euch nicht alleine!
Es mag sein das sich durch die mediale Aufmerksamkeit, die rechte Gewalt mittlerweile genießt, ein breiterer zivilgesellschaftlicher Konsens gegen rechte Strukturen und ihre Ideologien gebildet hat. Es mag auch durchaus sein, das durch unsere friedliche Demonstration bei dem ein oder anderen Menschen das Eis gebrochen ist. Denn die befürchteten und vielleicht sogar herbei gesehnten Bilder von „Krawalltouristen“ blieben natürlich aus.
Aber von einem wirklich konsequenten Antifaschismus ist Bad Neuenahr-Ahrweiler noch ein ganzes Stück weit entfernt.
Es ist schade, dass in Bad Neuenahr zwei Veranstaltungen stattfinden mussten, statt einer großen gemeinsamen.
Es ist auch schade, dass es zu keinem Annäherungsversuch gekommen ist, dass wir wie so oft in der Vergangenheit vom bürgerlichen Lager ignoriert wurden.
Jedoch gab es auch Lichtblicke. So sprachen Evelin Lemke (Bündnis 90 die Grünen) und Agnes Menacher (Remagen für Frieden und Toleranz) lobende Worte in unsere Richtung. Wir möchten uns dafür auch an dieser Stelle bedanken, denn es ist wie jeder Mensch sehen kann, keine Selbstverständlichkeit.
Wir können an die BesucherInnen und Initiatoren der Kundgebung nur sagen, mehr als euch unsere Hand reichen können wir nicht. Grundsätzlich sind wir zu einer überparteilichen Zusammenarbeit bereit. Trotz der unterschiedlichen politischen Hintergründe und Motivik, halten wir eine wirksame Kooperation mit der Bürgerlichkeit, für ein geeignetes Ziel zukünftiger Initiativen.
Uns ist bewusst, dass wir andere Vorstellungen von einem friedlichen und würdevollen Zusammenleben haben, wie die meisten Menschen die sich in Bad Neuenahr auf der Kundgebung tummelten, jedoch sind auch wir bereit, gewisse Kompromisse einzugehen, wenn dafür Neonazis, ihre Ideologie und Strukturen besser bekämpft werden können.
Wir wünschen uns daher insbesondere von den bürgerlichen Aktivisten der Region eine kritische Reflexion ihrer Widerstände und Ressentiments gegenüber Linken und Antifaschist*innen. Ständige Unterstellungen von politischer Naivität oder Kriminalität von Aktivisten Antifaschistischer Gruppen vor Ort sind nicht nur falsch, sondern auch kontraproduktiv.
Ein gemeinsamer Dialog, geschweige den politische Arbeit kann nur auf Augenhöhe betrieben werden.
Das hoffen wir für die Zukunft. Ebenso, wenn auch mit weit weniger Zuversicht, hoffen wir auf die Einstellung der polizeilichen Repression gegen antifaschistischen Protest.
Die Stigmatisierung und Kriminalisierungen gesellschaftlicher, antifaschistischer Politik -und Protestformen müssen ein Ende haben.
Bis dahin und sowie so die ganze Zeit, auch in der Provinz:
Keine Stadt, keine Straße, kein Haus den Nazis!
Am gestrigen Samstag, 24.03.2012, demonstrierten in Bad Neuenahr mehr als 300 Menschen gegen Neonazis und das sogenannte “Braune Haus”. Getragen wurde das breite Bündnis von antifaschistischen Gruppen aus der Region. Insgesamt unterstützten das “Bündnis 24.März 2012” über 70 Gruppen und Einzelpersonen.
Transparent am Anfang der Demo des Bündnis 24 März 2012 – Auch in der Provinz! – Keine Stadt – Keine Strasse – Kein Haus, den Nazis!
Im Vorfeld
Die Situation um die antifaschistische Demonstration war im Vorfeld unübersichtlich, da die ursprüngliche Anmeldung der Demonstration vom 02.02.2012 die Behörden angeblich nicht erreichte. Erst eine erneute Anmeldung der Demonstration wurde akzeptiert. Zeitgleich sollte ein Naziaufmarsch in Ahrweiler stattfinden, dessen Anmeldung kurzfristig zurückgezogen wurde, da dessen Anmelder, einer der führenden Köpfe des “Aktionsbüro-Mittelrhein”, derzeit in Untersuchungshaft sitzt. Trotz der Großrazzia gegen die Neonazis des “Aktionsbüro-Mittelrhein” und der unklaren Ausgangslage hielt das Bündnis an einer breiten und offensiven Mobilisierung fest.
Darüber hinaus wurde die Demonstration bereits vor Wochen von einer Vertreterin der lokalen SPD in der Presse diffamiert. Sie schwadronierte in einem Presseinterview von “Krawalltouristen”. Eine Konsequenz daraus war es für Teile des bürgerlichen Spektrums eine eigene Kundgebung anzumelden, die “Extremisten” ausschloss. Unklar bleibt allerdings, wen genau sie mit “Extremisten” meinten. Die Piratenpartei? Jugendverbände wie beispielsweise die Falken oder die grüne Jugend? Oder gar die stellvertretende Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Frau Lemhke? Sie alle fanden sich auf der Unterstützer_innenliste der antifaschistischen Demonstration wieder.
Zum Tag
Bei strahlendem Sonnenschein fanden sich auf dem Bahnhofsvorplatz in Bad Neuenahr gegen Mittag etwa 300 Menschen ein. Trotz mehrfacher Kommunikation des Bündnisses eine kraftvolle und bunte Demonstration durchführen zu wollen, hatte die Polizei wohl der Presse nicht entnommen, dass bei dieser Demonstration von dem Bündnis keinerlei Eskalation ausgehen sollte. Anreisende Antifaschist_innen wurden bereits am Bahnhof Bad Neuenahr von Polizeihunden ohne Maulkorb begrüßt und dabei rechtswidrig von der Polizei abgefilmt.
Biologisch Abbaubare Naturkauschuk Luftballons in Pink der Antifaschtische Aktion mit nicht reaktiven Helium
An der Auftaktkundgebung wurden pinke Luftballons verteilt und eine Vertreterin vom DGB betonte in ihrer Rede, dass sie nicht verstehe, warum es zwei Veranstaltungen und nicht eine gemeinsame Veranstaltung gegen Rechts an diesem Tag in Bad Neuenahr gebe. In einem weiteren Redebeitrag der Antifa Ahrweiler wurde die lokale Naziszene und Vorbehalte bürgerlicher Gruppen in der Zusammenarbeit mit Antifaschist_innen thematisiert.
Danach zog eine lautstarke Demonstration mit Sprechchören wie “Nationalismus raus aus den Köpfen” und “Siamo tutti antifascisti” Richtung Stadtzentrum. Über den Lautsprecherwagen wurden Passant_innen über den Anlass der Demonstration aufgeklärt. Viele Menschen schlossen sich spontan der Demonstration an, so dass diese bereits vor der ersten Zwischenkundgebung am Rathaus auf über 300 Menschen anwuchs.
Transparent in viele Sprachen – Das Problem heisst Rassismus – Break the silence
Am Rathaus folgten ein Redebeitrag der VVN BdA Mainz und ein Redebeitrag der Antifa Bonn Rhein/Sieg über Alltagsrassismus. Nach dieser ersten Zwischenkundgebung zog die Demonstration lautstark weiter durch Bad Neuenahr in Richtung Weinbergstraße. An der Ecke der Straße mit dem Blick auf das “Braune Haus” gab es einen Redebeitrag der Antifa Koblenz und der Antifaschistischen Initiative Andernach zu den Themen “Rheinwiesenlager”, Geschichtsrevisionismus und dem Naziaufmarsch in Remagen.
Anschließend zog die Demonstration weiter durch ein Wohngebiet und überquerte eine Bahnstrecke. Hierbei wäre es fast zu einem tragischen Zwischenfall gekommen. Trotz mehrfacher Hinweise von Demonstrant_innen an die Polizei über einen heranfahrenden Zug, handelte diese nicht. Zu sehr waren die Polizist_innen auf die Demonstrant_innen fixiert, anstatt ihre Aufgabe wahrzunehmen und die Bahngleise zu beobachten. Erst als sich die Bahnschranken schlossen hielt es die Polizei für notwendig zu reagieren. Zu diesem Zeitpunkt standen mehrere Polizist_innen und Demonstrant_innen auf dem Bahnübergang. Nur dem besonnenen Verhalten der Demonstrant_innen ist es zu verdanken, dass niemanden etwas passierte. Die Polizei handelte an dieser Stelle grob fahrlässig.
Laute Antifa-Demo meets bürgerliche Kundgebung
Auf dem Rückweg zog die Demonstration lautstark an der bürgerlichen Kundgebung vorbei und lud die Teilnehmer_innen ein, sich der antifaschistischen Demonstration anzuschließen. Sprechchöre der Antifademo zogen die Aufmerksamkeit der Teilnehmer_innen nach sich, wurden jedoch leider von einem Teilnehmer der Kundgebung mit dem Mittelfinger quittiert. Bei der Abschlusskundgebung gab es einen weiteren Redebeitrag von einem Mitglied des Stadrats aus Remagen und einem Redebeitrag zur Mobilisierung für eine Demonstration am 31.03. in Frankurt, die im Rahmen des internationalen Aktionstag gegen Kapitalismus, M31, stattfindet.
Im Anschluss der Demonstration kam es durch überzogenes Vorgehen, zu einem kurzem Gerangel mit der Polizei, da diese Personalien eines Menschen feststellen wollte, der angeblich eine Ordnungswidrigkeit begangen hätte. Nachdem sich die Situation beruhigt hatte, reisten die Demonstrant_innen ab.
Wir dulden keinen Naziterror
Fazit
Das “Bündnis 24. März 2012” konnte sein Ziel, mit der Demonstration ein entschlossenes Zeichen gegen Neonazis zu setzen, erreichen. Trotz aller Unklarheiten im Vorfeld beteiligten sich über 300 Demonstrant_innen in einem breiten Bündnis von autonomer Antifa bis ver.di Jugend bei schönstem Frühlingswetter an einer rheiland-pfälzischen Provinzdemo. Das lässt für zukünftige Aktionen in der Region hoffen. Erfreulicherweise schlossen sich auch viele Passant_innen, junge Familien und Teile des Friedensbündnis Remagen der antifaschistischen Demonstration spontan an. Die befürchteten Bilder um die “Krawalltouristen” blieben aus, wenn auch die Polizei sich zum Schluss nicht ganz von einer Deeskalation überzeugen lies. Leider verwehrten sich dennoch auch an diesem Tage große Teile der lokalen Zivilgesellschaft und der bürgerlichen Kundgebung der Demonstration. Hier besteht für das “Bündnis 24. März” Aufklärungsbedarf, dass einen konsequenten Antifaschismus in der Region etablieren, und dabei über punktuelle Anlässe hinausgehen möchte. Mit der erfolgreichen Demonstration ist ein erster Schritt getan. Vielen Dank an alle Teilnehmer_innen und Unterstützer_innen unserer Demonstration! Ein besonderer Dank an alle Menschen, die einen weiten Weg nach Bad Neuenahr auf sich genommen haben!
Pressemitteilung – Bündnis 24. März 2012 –
Weitere Bilder der Demonstration an 24. März 2012 in Bad Neuenahr/Ahrweiler unter http://u732.minus.com/mnxdZMsQ6/
Eine weitere Einschätzung von unserer Gruppe folgt im laufe der Woche.
Am 13.03.2013 kam es zu einer medial-wirksamen Großrazzia gegen das “Aktionsbüro Mittelrhein”. Gegen 33 Personen wird nun wegen unter anderem wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt. Gegen 24 Personen wurde Haftbefehl erlassen, welche nach unseren Informationen auch vollstreckt wurden. Im Zentrum der Durchsuchungen stand das sogenannte “braune Haus Bad Neuenahr”.
Hier gibt es einen ausführlichen Pressespiegel.
Antifaschistische Gruppen weisen schon seit Jahren auf die enorme Gewaltbereitschaft und Gefährlichkeit des Aktionsbüro-Mittelrhein hin.
Bereits vor 2 Jahren hat die „Antifaschistrische Information Ahrweiler“ das Wohnprojekt “Braunes haus”, seine BewohnerInnen und Struktur offengelegt.de.indymedia.org/2010/03/276173.shtml Es folgten weitere Veröffentlichungen, in denen auf die ansteigende Gewaltbereitschaft und strukturelle Verstärkung der Neo-Nazis aufmerksam gemacht wurde.
Es kann also kein Mensch behaupten, von nichts gewusst zu haben! Denn das „Braune Haus“ und deren BewohnerInnen war der regionalen Bevölkerung bereits damals bestens bekannt, getan wurde jedoch nichts.
Damals waren die Behörden eher damit beschäftigt den wachsenden antifaschistischen Protest in der Region zu kriminalisieren und aus der Öffentlichkeit zu drängen. Die jährlichen Aufmärsche des Aktionsbüro Mittelrhein in Remagen wurden systematisch verharmlost, der Gegenprotest unter Anwendung erheblicher Polizeiaufgebote verunmöglicht und nachträglich kriminalisiert, wie es die aktuellen Prozesse zeigen.
Neben der ständigen Gefahr für ihr politisches Engagement Opfer eine Vergeltungsaktion der Neo-Nazis zu werden, mussten antifaschistisch engagierte Menschen vorallem mit polizeilicher Repression und Verfolgung rechnen.
Wir die Antifaschistische Aktion Ahrweiler freuen uns, dass sich die politische Polizei der Kriminaldirektion Koblenz (wenigstens diesmal) für das „braune Haus“ und seine aktivistische Bewohnerschaft vom Aktionsbüro Mittelrhein entschieden hat.
Es ist durchaus der Fall, dass die Maßnahmen seitens der Polizei und Staatsanwaltschaft die regionale Nazi-Szene schwer getroffen hat. Trotz alledem ist eine politische Auseinandersetzung mit dem Thema keines Falls beendet. Es muss festgehalten werden, wie lange antifaschistische Gruppen bereits auf die Problematik hinwiesen und vor allem, wie viele Menschen insbesondere im Kreis Ahrweiler jahrelang mit ihren Ängsten allein gelassen wurden. Die Neo-Nazis aus dem Aktionsbüro Mittelrhein konnten sich mehrere Jahre ungestört im Kreis Ahrweiler austoben, ihr Größenwahn hat fast keine Grenzen gekannt. Dies bekamen vor allem junge engagierte Menschen zu spüren, die nicht bei neonazistischen Umtrieben die Augen verschließen wollten. Junge Menschen, die bereits vor Jahren erkannt haben, der Kreis Ahrweiler ein massives Nazi-Problem hat. Diese wurden über Jahre hinweg bedroht, geschlagen, getreten, eingeschüchtert und waren im Kreis Ahrweiler quasi Freiwild. Mehrere Dutzend Sachbeschädigungen an PKW’S Wohnungen und Häusern haben wir allein seit 2009 protokolliert.
Nur all zu gut erinnern sich die Betroffenen an die Kommentare der örtlichen Polizei, so wurden Sachbeschädigungen wie jene an PKW’s schnell der fiktionalen “eifersüchtigen Freundin, bzw. dem eifersüchtigen Freund” zugeschoben.
Ob sich die Situation vor Ort nun bessern wird bleibt abzuwarten. Fakt ist: Die antifaschistische Intervention im Kreis Ahrweiler ist und bleibt eine Notwendigkeit!
Zitat aus der Pressemitteilung des Bündnis 24. März 2012:
„Wir machen deutlich: Die geplante Demonstration am 24. März unter dem Motto „Keine Stadt, keine Straße, kein Haus den Nazis“ wird stattfinden – jetzt erst recht! Antifaschistische Perspektiven können nicht über Nacht entstehen, ihnen liegen eine umfassende und kontinuierliche Aufklärung und aktive Auseinandersetzung mit der Thematik Neonazismus und menschenverachtenden Ideologien zu Grunde. Dabei muss klar sein, dass sich Antifaschismus nicht auf Verbote beschränken darf.“
Am 24. März wird dem ganzen durch die Demo des Bündnis „24. März 2012″ in Bad Neuenahr ein positiver Nachdruck verliehen: “Keine Stadt, keine Straße kein Haus den Nazis!” UND So oder so: Siempre Antifacista !
Wir versuchen euch weiter auf dem laufenden zu halten, bei Fragen, bitte kontaktieren.
Weitere Infos:
Pressemitteilung vom Bündnis 24. März 2012
Tierlieb, engagiert und aktiv in der Neonazi-Szene. In der rheinland-pfälzischen Provinzstadt Bad Neuenahr-Ahrweiler haben Neonazis versucht den örtlichen Vegetarierbund (VEBU) zu unterwandern. Die Tierschützer wussten nichts vom politischen Hintergrund der drei neuen Aktivisten. Erst auf Nachfrage des Störungsmelders wurde dem Vegetarierbund bekannt, dass es sich um aktive Neonazis handelt. VEBU reagierte mit dem Rauswurf der Rechten.
Quelle: http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2012/03/02/vegetarierbund-setzt-braune-tierschutzer-vor-die-tur_8097
Keinen Tag länger das „braune Haus“!
Mehrere antifaschistische Gruppen aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen rufen am 24. März 2012 zur Demo gegen das Nazizentrum vom „Aktionsbüro Mittelrhein“ in Bad Neuenahr-Ahrweiler auf…Hier klicken zum Weiterlesen
Ebenfalls möchten wir auch auf die Material-Sammlung hinweisen. Hier finden sich einige Hintergrundberichte.

Keine Stadt, keine Straße, kein Haus den Nazis!
Nazizentren dicht machen! Zusammen in die Provinz fahren!
Wir sehen uns in Bad Neuenahr!
Mobijingle Demonstration 24. März Bad Neuenahr by 24maerz2012
Für den 31.12.2011 kündigen Neonazis des “Aktionsbüro Mittelrhein” eine Party an unter dem Motto
“2 JAHRE BRAUNES HAUS-BAD NEUENAHR-JETZT KNALLTS RICHTIG”. Die Buchstaben “NSU” sind farblich hervorgehoben.
Weiterlesen hier: http://www.infobuero.org/2011/12/bad-neuenahr-neonazis-werben-mit-nsu-bezug-zur-sylvesterparty/
Naziaufmarsch in Remagen!!! ( klicke aufs Bild!)
Anquatschversuch im Kreis Ahrweiler
Am 16. November 2011 versuchte ein Schnüfflerpärchen vom Verfassungsschutz Spitzel in der regionalen linken Szene anzuwerben. Ein junger Erwachsener wurde an seinem Wohnort aufgesucht und von dem Agentenpärchen angesprochen. Diese stellten sich ihm als Mitarbeiter des Verfassungsschutzes vor und baten um ein Gespräch. Der junge Erwachsene ließ sich nicht auf ein Gespräch ein, zum Abschied riefen sie ihm noch zu „reden sie doch mit uns, es wird sich für sie lohnen“.
Dies ist nicht der erste Anquatschversuch im nördlichen Rheinland-Pfalz so kam es in letzter Zeit in Koblenz und Trier zu mehreren Anquatschversuchen seitens des Verfassungsschutzes. Der Verfassungsschutz versucht auf diese Weise Spitzel in der regionalen linken Szene anzuwerben!
Hierzu aus einem Text der Antifa-Koblenz:
Die Geheimdienste und der Staatsschutz verfolgen mit dieser Strategie
mehrere Ziele. Primär geht es natürlich darum, Informationen zu
bekommen. Sekundär sollen mit Anquatschversuchen die Betroffenen und
ihr Umfeld eingeschüchtert werden. Niemand hat gerne Geheimdienste im
Nacken. Die Anquatschversuche dienen auch einer Stigmatisierung der
Betroffenen. Herrschafts- und Gesellschaftskritik sowie
antifaschistischen Widerstand werden mit dem Denken und Handeln von
Nazis gleichgesetzt. Staatliche Repression gegen Antifaschismus wird so
gerechtfertigt.Wichtig ist, dass wir uns nicht einschüchtern lassen! Wir möchten Euch
deshalb nochmal darauf hinweisen, dass selbstverständlich niemand zu
einer Zusammenarbeit mit Geheimdiensten verpflichtet ist. Wir raten
dringend davon ab, sich auf Gespräche mit Geheimdiensten einzulassen,
ganz egal was Euch die SchnüfflerInnen erzählen. Auch sollte sich
niemand die Illusion machen, durch geschicktes Taktieren Informationen
von den GeheimdienstlerInnen zu erhalten. Im Umgang mit Geheimdiensten
ist unser dringender Rat, jeden Kontakt abzulehnen und alle
Kontaktversuche öffentlich zu machen!Geheimdienste arbeiten im Dunkeln und haben kein Interesse, dass ihre
Tätigkeit allzu bekannt wird. Deshalb werden die SchnüfflerInnen nur in
Ausnahmefällen versuchen, Euch durch Druck zu einer Mitarbeit zu
bewegen. In aller Regel wird eine konsequente verbale Ablehnung der
Zusammenarbeit problemlos akzeptiert. Wenn Euch in einem vermeintlich
harmlosen Gespräch mit den Behörden doch etwas herausgerutscht ist, was
Ihr lieber für Euch behalten hätte, könnt Ihr davon ausgehen, dass
Verfassungs- und Staatsschutz Euch nun für erpressbar halten und
regelmäßig bei Euch vor der Tür stehen werden. Macht deshalb bitte auch
solche Kontakte öffentlich. Informiert uns!
+++Naziaufmarsch endgültig erlaubt! +++Alle auf nach Remagen!+++
Remagen
Am 19.11.2011 werden wieder hunderte neue und alte Nazis von nah und fern durch Remagen marschieren. Gegenaktivitäten sind bisher ein Gottesdienst an der schwarzen Madonna welcher um 11 Uhr beginnt.
Die Nazis werden sich um 12 Uhr am Bahnhof in Remagen treffen und von dort aus nahezu dieselbe Route zur schwarzen Madonna nehmen, wie im letzten Jahr.
Ab 14 Uhr wird die Friedenskirche in Remagen geöffnet sein und den ganzen Tag über werden Infostände in der remagener Innenstadt stehen.
Menschen von Außerhalb empfehlen wir die Anreise via Zug, da strenge PKW-Vorkontrollen zu erwarten sind. Die letzten Jahre war ganz Remagen zugeschissen mit BeamtInnen in Zivil ( teils auch mit schwarzen Kapus, Basecaps und Pailtüchern) passt also auf. Ebenfalls liefen letztes Jahr mind. 2 Neonazis durch Remagen um GegendemonstrantInnen abzufotographieren. Laut Rhein-Zeitung werden bis zu 900 PolizistInnen mit schwerem Gerät in Remagen erwartet.
Fahrt auf jedenfall in Gruppen, die letzten Jahre kam es meistens in Anschluss an den Aufmarsch zu Übergriffen seitens der Neonazis.
Trotz alledem, den Nazis am 19. November die Stirn bieten! No Nazis in Remagen und anderswo!
Referer der letzten 24 Stunden:
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